So wird übrigens anderswo mit notorischen Raser*innen (ja, diesmal war es eine junge Frau) umgegangen - und es gab weder Tote noch Verletzte, die junge Frau wurde noch nicht einmal geblitzt. Sie hatte sich z.T. selbst beim Rasen gefilmt, statt sich bei extremen Geschwindigkeiten auf die Straße zu konzentrieren.
25-jährige Frau muss wegen Geschwindigkeitsübertretung vier Jahre hinter Gitter
Das Bundesgericht verurteilte eine Glarnerin zu vier Jahren unbedingter Freiheitsstrafe wegen Raserei.
Die heute 25-Jährige überschritt die Höchstgeschwindigkeit im Jahr 2021 insgesamt achtmal. Selbst aufgenommene Handyvideos brachten die Raserin vor Gericht.
Am 12. Februar 2025 verurteilte das Kantonsgericht Glarus A.________ wegen mehrfacher qualifiziert grober und mehrfacher grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 und Abs. 3 SVG zu vier Jahren Freiheitsstrafe und 40 Tagessätzen à Fr. 120.-- Geldstrafe, letzteres bedingt, bei einer Probezeit von fünf Jahren.
Tja, die Schweizer Urteile können wir doch nicht hier im freien Deutschland übernehmen, Auto-Deutschland ist doch keine Insel! Und wenn auch andere Mensschen hier durch meine Raserei gefährdet (oder auch mal getötet) werden, so ist das eben so. /zyn
Die Tagesschau berichtete vorgestern in ihrer Hauptausgabe über einen Dooring-Unfall in Dessau-Roßlau, bei dem eine 84-jährige Radfahrerin starb. In dem fast zweimütigen Beitrag ging es weiter mit E-Bikes und Senior*innen, die ihr Rad nicht mehr im Griff haben.
Ja klar, irgendwie MUSS ja die Radfahrerin selbst schuld sein... kein Wort davon, dass Autofahrer bei sogenannten „Dooring-Unfällen“, bei
denen Radfahrer in eine plötzlich geöffnete Autotür prallen, in der Regel die volle Haftung (100 %) tragen.
Und dass die Autofahrerin dem Radfahrer die Vorfahrt genommen hatte, wird in dem Artikel ja auch überhaupt nicht nicht erwähnt! >>Die Frau konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen.<< Das ist anscheinend das einzige Fehlverhalten, das ihr zugeschrieben wird.
Diese Art der Berichterstattung ist doch seit Jahren medienübergreifend gang und gäbe.
Original:
Zusammenstoß mit Auto
Radfahrer bei Unfall in Leipzig-Stötteritz schwer verletzt
Ein Radfahrer ist am Dienstagmorgen in Leipzig-Stötteritz mit einem Auto zusammengestoßen und wurde schwer verletzt. Die Autofahrerin hat den Mann beim Abbiegen übersehen.
Leipzig. Bei einem Unfall am Dienstag ist ein 20-jähriger Radfahrer schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei war der Mann auf der Holzhäuser Straße im Leipziger Stadtteil Stötteritz in stadtauswärtiger Richtung unterwegs.
Gegen 7.15 Uhr fuhr er neben einem Auto, das nach rechts in die Zuckelhäuser Straße einbiegen wollte. Dabei übersah die 46-jährige Autofahrerin den 20-Jährigen und es kam zum Zusammenstoß. Der Mann stürzte von seinem Rad in die Heckscheibe, wobei er sich schwer verletzte. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und stationär behandelt. Am Auto entstand ein Schaden von ungefähr 2000 Euro. Gegen die Frau wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.
Quelle: Leipziger Volkszeitung
Korrekturvorschlag
Eine 46-jährige Autofahrerin hat auf der Zuckelhäuser Straße in St. Ötteritz unter Missachtung der Vorfahrtsregeln einen 20-jähriger Radfahrer angefahren, wobei dieser von ihr schwer verletzt wurde. Gegen die Autofahrerin wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Der Schaden an dem Auto ist völlig egal.
(danke an Roman Grabolle)
Im übrigen verweise ich auf dieses Zitat:
Schandmäulchen hat geschrieben: Mi 23. Okt 2024, 15:39
Die sprachliche Absurdität von wiederkehrenden Überschriften wie „Fußgänger von Auto getötet“ wird deutlich, wenn man sich fragt, warum es bei Gewaltverbrechen eigentlich nicht heißt „Mann von Pistole erschossen“.
Am gefährlichsten sind jedoch weiterhin Kollisionen mit Kraftfahrzeugen. Sie machen zwei Drittel aller Fahrradunfälle mit Personenschaden aus. Und die Hauptschuld liegt dabei in 75 Prozent der Fälle beim Autofahrer.
Interessant ist auch dieser Teil:
Generell war an jedem dritten tödlichen Radunfall kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt.
Mit anderen Worten: an zwei Dritteln (also der absoluten Mehrheit) der tödlichen Unfälle waren sehr wohl andere Verkehrsteilnehmer beteiligt!
Keine Stimme für Faschisten, ihre Steigbügelhalter und Helfershelfer!
Also auch wenn es nicht schlimm ausgegangen ist. Manche Sachen verstehe ich einfach nicht. Was bringt einen Linienbusfahrer dazu, jemand anderen sogar ohne die nötigen Papiere ans Steuer zu lassen?